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Das Sportporträt: Werner Hansen denkt positiv

Quelle: Dorstener Zeitung, Andreas Leistner

GAHLEN / ÖSTRICH Sein Verein ist wieder gesund. Für ihn gilt das leider nicht. Doch Werner Hansen bleibt seiner Linie auch jetzt noch treu – und die heißt „Positiv denken“.

wernerhansenweb„Es ist meine einzige Therapie“, sagt er, „ich weiß, was auf mich zukommt.“ Vor sechs Jahren wurde bei dem Östricher eine Lungenfibrose festgestellt, vor einigen Wochen nun erklärten ihm die Ärzte: „Wir können nichts mehr für sie tun.“ Lebenserwartung? „Schwer zu sagen. Eigentlich lieg ich schon ein paar Jahre drüber. Muss wohl am positiven Denken liegen.“



Und so ist sein Partykeller schon lange sein Krankenzimmer. „Mein goldener Käfig“, wie er sagt. Hier steht sein Krankenbett, hier stehen die Sauerstoffflaschen seines Atemgeräts; jeden Dienstag kommen neue. Hier sorgt der Swimmingpool nebenan für ein feuchtwarmes Raumklima, das Linderung verschafft. „Die Ärzte hatten mir empfohlen, auf die Kanarischen Inseln zu ziehen, aber rein zufällig habe ich hier genau diese Bedingungen.“ Trotzdem fällt das Sprechen schwer. Am besten geht es im Sitzen. „Dann wird die Lunge nicht so eingedrückt.“


Lieblingsthema TuS

Dabei hat Werner Hansen noch immer viel zu erzählen. Sein Lieblingsthema: der TuS Gahlen. Von 1991 bis 2007 war er Kassenwart, aber zugleich auch Mädchen für alles. Besonders am Herzen lagen ihm der Ausbau der Lippesportanlage und der Breitensport. „Steine statt Beine“ hieß und heißt seine Philosophie und für die TuS-Breitensportler macht er noch heute die Abrechnungen mit den Krankenkassen und kümmert sich ums Tagesgeschäft. Die Suche nach einem Nachfolger war bislang erfolglos.

Besser läuft es auf anderen Gebieten. Zusammen mit Carsten Klein hat er eine zentrale Fernsteuerung der Heizungs-, Lüftungs- und Wasserversorgungs-Anlage auf dem TuS-Gelände erarbeitet und die von Klein und Miguel Gandoy-Bürger gestaltete neue Homepage des Vereins freut ihn genauso wie die finanzielle Entwicklung des TuS, von der der jetzige Kassenwart Hugo Grütering jüngst auf der Jahreshauptversammlung berichtete.

Werner Hansen war nicht dabei. Er beobachtet die Entwicklung des TuS aus seinem Goldenen Käfig heraus. Doch er ist nicht unzufrieden. „Ich habe in jungen Jahren einen festen Glauben mitbekommen und warum sollte ich unzufrieden sein? Im Vergleich zu vielen jungen Menschen in den Krankenhäusern oder Katastrophengebieten auf dieser Erde...“

Und so erinnert er sich gerne an frühere Aktivitäten. An seine Rolle als Ideengeber des Heimatvereins, an den Bau des Kneippbeckens und des Artesischen Brunnens direkt gegenüber oder an die Sanierung des Gahlener Mühlrades, bei denen er tatkräftig mitwirkte. Die Erinnerungen helfen. Helfen, über den Rand des goldenen Käfigs hinaus zu schauen. Helfen, positiv zu denken. Helfen, zu leben. Helfen abzuschließen.

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